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Presseberichte

„Ich singe, solange die Stimme mittut“ ZVW, vom 01.03.2008 Seit 50 Jahren singt die Erste Vorsitzende Ursula Häcker in den Stettener Frohsinn-Chören / Gemeinschaft zählt Von unserem Redaktionsmitglied Hans-Joachim SchechingerKernen-Stetten. Ursula Häcker singt mit ihrer Altstimme seit 50 Jahren im Gesangverein Frohsinn Stetten. Ihre Mutter Else Horbach noch ein Stückle länger: Die 83-Jährige ist seit der Gründung des Frauenchors mit dabei. Die Liebe zum Gesang haben die Horbachs vererbt, aber auch Pflichtbewusstsein. Seit fünf Jahren führt Ursula Häcker als Erste Vorsitzende ihre gut 170 Frohsinnigen. In ihrer 50-jährigen Sängerkarriere beim Stettener Frohsinn hat Ursula Häcker nicht nur acht Dirigenten, sondern so einige zeitgeistige Umbrüche erlebt: Heute heißt die „Singstunde“ anspruchsvoller „Chorprobe“, Englisch hat Einzug gehalten, und in den Anfängen dauerten die Wirtshausbesuche nach der Singstunde auch mal bis morgens um vier. Das ist passé. Aber geblieben ist der entkrampfende, die Seele lüftende Effekt beim tonbildenden Ausatmen, wie sich Singen auch beschreiben lässt: „Man kommt immer mit guter Laune aus der Chorprobe.“ Ursula Häcker lächelt. 15 Sängerinnen umfasste der Frauenchor, als die Stettenerin 13-jährig eintrat. Ihre Mutter Else Horbach, schon bei der Gründung 1951 Mitglied geworden, war beim Eintritt der Tochter längst Teil der Gemeinschaft. Und ist es bis heute. Die musikalische Ursula hatte sich da etwas gedulden müssen bis zum ersten Besuch der Singstunde: „Ich bin gleich nach der Schule zum Chor dazugestoßen, vorher durfte man noch nicht“, erzählt sie. Das Repertoire im Frauenchor war leichter, verspielter als der Silcherton der Männerriege. Sie sangen dort gar aus Mozarts Zauberflöte. Jetzt schweben sie „Über den Wolken“ mit Reinhard Mey 57 Jahre nach Gründung des kleinen weiblichen Ablegers haben die Frauen in den vier Frohsinn-Chören zahlenmäßig die Oberhand gewonnen. „Da hat sich was verschoben: Von der Stärke und von der Chorliteratur: Früher waren es mehr Volkslieder, mehr bombastische Männerchöre. Heute singt man eigentlich alles: von „Wochenend und Sonnenschein“ bis zu Dvorak und Löwe.“ Mit Liebe und Eifer ist die Stettenerin dabei. „Singen im Chor, das war und ist für mich wichtig, die Stücke erarbeiten, sie aufführen.“ Die 63-Jährige nutzt und genießt die Vielfalt der Frohsinn-Chöre: Auch im Jungen Chor mischt sie jetzt mit. Dass sie die Älteste ist, mindert die Begeisterung nicht im Geringsten. Im Gegenteil, es fordert sie. „Das macht Spaß, weil es Klänge erschließt, neue Rhythmen. Viele Lieder sind auf Englisch, aber jetzt haben wir auch was Deutsches: ,Wann wird’s endlich wieder richtig Sommer’ und ,Über den Wolken’ von Reinhard Mey.“ 50 gesellige Jahre singt Ursula Häcker in den Frohsinn-Chören mit. Jedes Jahr erarbeitete sie sich mit Lust und Disziplin neue Konzert-Literatur. Und projektbezogen machte sie vor Jahren beim „Gauchor“ mit, der wegen seiner Mitglieder, viele Lehrer und Dirigenten darunter, hohe musikalische Ansprüche stellte. Dass Ursula Häcker in ihrer Jugend beim alten Chorleiter Klingler auch Klavierunterricht genossen hat, kommt ihr heute als Vizechorleiterin zugute. Schon ihr Vater hatte die Sängerschar dirigiert. Die Tochter trat in seine Fußstapfen, absolvierte Chorleiter-Kurse, wurde Vize-Dirigentin dreier Frohsinn- Chöre. „Ja, das ist noch mal was ganz anderes“, sagt sie. Singen macht einfach Spaß. Verantwortung übernehmen für den Gesangverein verlangt zudem Disziplin, Zeit und Energie. Auch diese Bürde nahm Ursula Häcker nach dem Vorbild ihre Vaters, der 16 Jahre im Amt war, auf sich: Vor fünf Jahren wählten die Mitglieder ihre bisherige Vize-Chefin zur Ersten Vorsitzenden: „Es ist viel Geschäft“, bekennt sie. „Ich bin ja jetzt noch mal für zwei Jahre gewählt worden. Und ich habe einen guten zweiten Vorstand, so dass man ein Team ist.“ Auch hier zählt der Gemeinschaftsgeist im Gesangverein. Dvorak, Tschaikowski, Bach - das sind Ursula Häckers Lieblingskomponisten fürs Chorrepertoire. Schwierige Literatur. „Silcher singe ich auch gern mal zwischendurch“, sagt sie. Nach 50 Jahren wird sie nicht nachlassen, in den „total entspannenden“ Chorproben, wie sie sagt, ihre Altstimme zu pflegen, sie zu fordern. Gute Musik zu machen, das ist ihr Ding. „Ja, ich singe, solange die Stimme mittut. Ich hoffe, dass ich so lange dabei sein kann wie meine Mutter.“ Die ist heute 83.